EM-Gastgeber Kroatien verliert 27:30 gegen Frankreich und scheidet aus, Schweden jubelt

Lino Cervar
Foto: Steindy / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

EM-Gastgeber Kroatien hat am letzten Hauptunden-Spieltag eine 27:30-Niederlage gegen Frankreich kassiert und damit den Sprung ins Halbfinale verpasst. Weltmeister Frankreich hingegen zieh unbesiegt in die Runde der letzten vier ein und bekommt es dort nun mit Spanien zu tun. Durch den französischen Sieg steht auch Schweden im EM-Halbfinale, die Tre Kronen treffen dort am Freitag auf Dänemark.

Der kroatische Titeltraum bei der Heim-EM ist geplatzt. Der EURO-Gastgeber musste sich am Mittwochabend mit 27:30 gegen Frankreich geschlagen geben und verpasst damit den Einzug ins Halbfinale. Ausschlaggebend für die Niederlage war ein schwacher Auftritt in der ersten Hälfte.

Frankreich spielt in der ersten Hälfte stark auf

Den Grundstein für den Sieg legte Frankreich in den ersten 30 Minuten. Während Kroatien in den ersten Minuten der Partie noch mithalten konnte, erspielte sich Frankreich ab Mitte der ersten Hälfte nach und nach einen Vorsprung. Mit einem 3:0-Lauf zogen die Les Experts in der 17. Minute auf 10:7 davon. Kroatien kämpfte sich nochmals an 10:11 heran, doch dann folgte in der Schlussphase der ersten Halbzeit der totale Einbruch bei den „Cowboys“. Nikola  Karabtic & Co. zogen in den letzten zehn Minuten erneut davon, diesmal jedoch auf 19:13.

Im zweiten Spielabschnitt konnte Frankreich zunächst lange Zeit seinen 5-6-Tore Vorsprung verteidigen, ab der 45. Minute startete Kroatien jedoch seine Aufholjagd und kämpfte sich in der 52. Minute erneut auf 25:26 heran. Doch die Franzosen behielten die Nerven und ließen es nicht zu, dass die EM-Gastgeber die Partie drehen. Am Ende feierte man einen 27:30-Sieg und sorgte damit für große Enttäuschung bei knapp 15.000 kroatischen Zuschauern in der Zagreb Arena.

Bester Werfer für Frankreich war Nedim Remili, der auf 6 Tore bei 8 Versuchen kam. Auch Kentin Mahe zeigte mit 5 Toren bei 6 Versuchen eine starke Leistung. Frankreichs Superstar Nikola Karabtic hingegen erwischte mit 2 Toren aus 3 Versuchen eine eher durchwachsenen Abend in der Offensive. Bei Kroatien blieb Manuel Strlek mit 6 Toren aus 6 Versuchen der beste Werfer. Ivan Cupic und Marko Mamic kamen auf jeweils 5 Tore, konnten am Ende  jedoch die Niederlage nicht verhindern.

Durch die kroatische Niederlage hat Schweden, in aller letzter Sekunde, noch den Sprung ins Halbfinale geschafft, dort trifft man am kommenden Freitag auf Olympiasieger Dänemark. Frankreich hingegen zieht als Gruppensieger in die Runde der letzten vier ein und bekommt es dort mit Deutschland-Bezwinger Spanien zu tun.

Kroatien enttäuscht ohne Duvnjak

Ähnlich wie bei Deutschland, waren auch bei EM-Gastgeber Kroatien die Erwartungen vor der Heim-EM groß. Der EM-Titel ist der einzige Titel, der Kroatien in seiner Titelsammlung noch fehlte. In der Vorrunde kassierte man bereits eine überraschende Pleite gegen Schweden und auch beim knappen Sieg gegen Weißrussland tat man sich lange Zeit schwer. Der verletzungsbedingte Ausfall von Superstar und Kapitän Domagoj Duvnjak im Auftaktspiel gegen Serbien haben Kroatien spürbar beeinflusst. Duvnjak war und ist nach wie vor das Herzstück im kroatischen Spiel, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Es ist schade, dass der 29-jährige Profi vom THW Kiel ausgerechnet bei der Heim-EM verletzt ausfällt. Mit Duvnjak wäre Kroatien seiner Favoritenrolle wohl deutlich besser gerecht geworden als ohne ihn.