Handball-EM 2018-Finale: Spanien gewinnt 29:23 gegen Schweden und ist neuer Europameister

Handball-EM 2018-Finale: Spanien gewinnt 29:23 gegen Schweden und ist neuer Europameister
Foto: EHF Euro / Twitter

Spanien ist Handball-Europameister 2018! Die Furia Roja setzte sich im gestrigen Endspiel mit 29:23 gegen Schweden durch und sicherte sich damit im fünften Anlauf den ersten EM-Titel in der Geschichte des spanischen Handball-Verbands. Mit einer sensationellen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte, vor allem in der Defensive, drehte Spanien das Spiel noch gegen die leicht favorisierten Schweden.

2016 reichte es nur zum zweiten Platz hinter Deutschland und zwei Jahre später hat es nun (endlich) geklappt. Im insgesamt fünften EM-Finale konnte sich Spanien gestern Abend mit einem 29:23-Erfolg gegen Schweden in der Zagreb Arena zum ersten Mal den Europameisterschafts-Titel sichern.

Schweden dominiert die erste Hälfte

Weder Spanien noch Schweden galten vor der Handball-EM 2018 als absolute Top-Favoriten, auch wenn diese durchaus zu jenen Mannschaften zählten denen man solch einen Erfolg zugetraut hat, hätten die wenigstens Handball-Fans ernsthaft damit gerechnet, dass diese beiden Teams am Ende auch im Finale stehen werden.

Vor knapp 10.000 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Zagreb Arena entwickelte sich in der Anfangsphase des Spiels ein packendes Duell auf Augenhöhe. Erst ab der 10. Minute konnte sich Schweden erstmals leicht „absetzen“ und ging mit drei Toren in Front. Aber Spanien ließ die Skandinavier nie wirklich davon ziehen und konnte sich immer wieder zurüc kkämpfen. Dennoch lag man zur Halbzeitpause mit 12:14 in Rückstand.

Im zweiten Spielabschnitt entwickelte sich dann (plötzlich) ein vollkommen anderes Spiel. War primär an Spanien lag und den Änderungen in der deren Defensive. Mit einer deutlich aggressiveren Abwehr und vor allem Arpad Sterbik im Tor, drehte man die Partie vollkommen auf den Kopf. Nach nur 90 Sekunden in der zweiten Hälfte stand es 14:14-Unentschieden. Zwei weitere Tore und ein 4:0-Lauf brachten Spanien dann erstmals in der Partie eine Zwei-Tore-Führung. Nach 45 absolvierten Minuten wurde diese auf 21:16 ausgebaut und zu diesem Zeitpunkt wurde es allmählich absehbar, dass die Spanier die Zügel immer fester in die eigenen Hände nahmen. Spätestens beim Spielstand von 25:17 in der 52. Minute zeichnete sich zudem eine Vorentscheidung ab. Schweden versuchte in den Schlussminuten nochmals alles um ranzukommen, am Ende blieb es jedoch bei einer relativ deutlich 23:29-Niederlage für die Tre Kronen. Während man die erste Hälfte noch mit 14:12 gewinnen konnte, verlor man die zweite mit 9:17.

Bei Spanien zeigten David Balaguer und Sole Ferran mit jeweils fünf Toren aus sechs Versuchen eine starke Leistung und war die besten Schützen ihres Teams. Matchwinner auf Seiten der Iberer war jedoch, ähnlich wie im Halbfinale, Torhüter Arpad Sterbik, der 8 von 20 Würfen auf seinen Kasten im zweiten Spielabschnitt halten konnte und somit auf eine überragende Quote von 40 Prozent. Bei Schweden kam Jesper Nielsen auf fünf Tore bei sieben Versuchen und war damit der beste Schwede auf der Platte. Bitter für Schweden ist die Tatsache, dass Mikael Appelgren mit insgesamt 15 Paraden und einer Quote von 37 Prozent eine ebenfalls starke Partie im Tor zeigte, diese am Ende aber „nichts brachte“.

Mit einem Altersdurchschnitt von 30,5 Jahren hat Spanien als einer der ältesten Mannschaften bei der EM 2018 am Ende triumphiert. Schweden hingegen hatte eines der jüngsten Teams der EURO. Blickt man auf den Verlauf des Endspiels, hat man durchaus gemerkt, dass die Spanier deutlich routiniert auftraten in engen Situationen und schlichtweg mehr Erfahrung hatten. Spanien konnte sich mit dem gestrigen Triumph in Zagreb für die EM-Finalniederlage 1998 gegen Schweden revanchieren.

Die Stimmen zum Spiel

Spaniens Alex Dujshebaev äußerte sich nach dem Spiel wie folgt zu dem Titelgewinn: „Nach vier Finalniederlagen bei Europameisterschaften wussten wir, dass wir alles geben müssen was in uns steckt. In der ersten Hälfte haben sie besser gespielt als wir. In der Pause haben wir uns jedoch gegenseitig aufgebaut und im Anschluss die besten 30 Minuten im gesamten Turnier absolviert.“

Schwedens Torhüter Appelgren blickte nach der Niederlage bereits wieder nach vorne: „Wir haben viel Erfahrung bei diesem Turnier sammeln können. Ich hoffe wir haben daraus auch etwas gelernt und können es das nächste Mal besser machen. Ich hoffe wir können bei der nächsten EM in Schweden erneut das Finale erreichen und dieses dann auch gewinnen. Es gibt noch ein langer Weg bis dahin, aber wir sind ein junges Team, es war ein sehr positives Turnier für uns mit tollen Momenten.“

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