1994 wurde erstmals eine Handball-Europameisterschaft der Männer ausgetragen. Vom 12. bis 28. Januar finden in Kroatien nun die 13. Titelkämpfe statt und die deutschen Handballer hoffen auf das fünfte Edelmetall in der Geschichte. Bisher gab es zwei Triumphe (2004 und 2016) sowie je einmal Silber und Bronze für das DHB-Team

Portugal 1994: Zwölf Nationen sind bei der Premiere in Portugal dabei. Den ersten Titel gewinnt Schweden. Die DHB-Auswahl holt in der Vorrunde lediglich drei Punkte und wird am Ende enttäuschender Neunter.

Spanien 1996: Für die deutsche Mannschaft läuft es nicht viel besser als zwei Jahre zuvor. Wieder gibt es in der Gruppenphase nur einen Sieg und ein Remis – am Ende steht Platz acht zu Buche. Die Goldmedaille geht an Russland.

Italien 1998: Das erste Edelmetall! Im Spiel um Platz drei wird Titelverteidiger Russland in einem Handball-Krimi mit 30:28 nach Verlängerung bezwungen. Schweden bejubelt den zweiten Titelgewinn.

Kroatien 2000: Der Absturz. Nach einer sieglosen Vorrunde mit nur zwei Unentschieden sichert sich die deutsche Mannschaft durch ein 19:17 gegen Dänemark wenigstens noch Rang neun. Im Finale triumphiert erneut Schweden.

Schweden 2002: Erstmals findet die Endrunde mit 16 Teams statt – und Deutschland holt unter Trainerlegende Heiner Brand Silber. Im Endspiel zieht die DHB-Auswahl gegen Gastgeber Schweden, der den vierten Titel feiert, erst in der Verlängerung mit 31:33 den Kürzeren.

Slowenien 2004: Endlich am Gold-Ziel! Nach einer durchwachsenen Vorrunde fegt Deutschland mit drei Siegen durch die Hauptrunde. Im Halbfinale wird Dänemark mit 22:20 besiegt, im Endspiel hat Gastgeber Slowenien beim 30:25-Sieg der Brand-Truppe keine Chance. Nach der EM muss der Schnauzbart des Trainers dran glauben, denn Wettschulden sind Ehrenschulden.

Schweiz 2006: Nach einem Remis gegen Spanien büßt Deutschland durch eine Vorrundenniederlage gegen den späteren Europameister Frankreich seine Medaillenchance ein. Da helfen auch drei Siege in der Hauptrunde nicht mehr. Am Ende steht Rang fünf.

Norwegen 2008: Die DHB-Auswahl darf lange auf eine Medaille hoffen – geht als Vierter aber letztlich leer aus. Im Halbfinale ist Titelträger Dänemark um ein Tor besser (25:26), im Spiel um Platz drei verliert man klar und deutlich mit 26:36 gegen Frankreich.

Österreich 2010: Die deutsche Mannschaft erreicht mit Ach und Krach die Hauptrunde, wo das Aus kommt. Am Ende reicht es nur zu einem Sieg und Platz zehn. Frankreich triumphiert im Endspiel mit 25:21 gegen Kroatien.

Serbien 2012: Deutschland wird zwar Vorrundensieger in der Gruppe B, doch in der Hauptrunde gelingt kein Sieg mehr – Platz sieben. Dänemark holt sich im Finale gegen Serbien zum zweiten Mal EM-Gold.

Dänemark 2014: Der Tiefpunkt. Erstmals findet eine EM-Endrunde ohne Deutschland statt. In der Qualifikation bleibt die DHB-Auswahl an Tschechien und Montenegro hängen. Frankreich wird zum dritten Mal Europameister.

Polen 2016: Die Gold-Sensation! Als Außenseiter angereist, spielen sich die Bad Boys vom isländischen Coach Dagur Sigurdsson nach einer 29:32-Auftaktniederlage gegen Spanien in einen nicht für möglich gehaltenen Turnierrausch. In einem denkwürdigen Halbfinale wird Norwegen in der Verlängerung mit 34:33 bezwungen, im Endspiel kommt es dann wieder zum Duell mit Spanien. Hexer Wolff im Tor zieht den Iberern den Zahn und am Ende steht ein 24:17-Sieg auf der Anzeigentafel in der Tauron Arena von Krakau.

Kroatien 2018: Das DHB-Team hat sich für das anstehende Turnier einiges vorgenommen, trotz schwerer Gruppengegner wie Montenegro, Mazedonien und Slowenien. Torwart-Star Andreas Wolff hält die Mannschaft gar für „stärker als 2016“. Im 16 Mann starken Kader von Bundestrainer Christian Prokop, der die „Bad Boys“ von Dagur Sigurdsson übernommen hatte, sind noch 8 Europameister von vor zwei Jahren vertreten. Dabei schlug die endgültige Nominierung des Trainers vor ein paar Tagen ziemlich hohe Wellen. Einige Handball-Experten äußerten ihr Unverständnis über die Nichtberücksichtigung von Abwehr-Ass Finn Lemke (MT Melsungen). Statt Lemke nimmt Prokop  mit Rückraumspieler Maximilian Janke und Bastian Roscheck als vierten Kreisläufer zwei Neulinge mit. Der neue Bundestrainer setzt damit auf Flexibilität und Variabilität statt Erfahrung im Kader.

Der 16er-Kader für die EM 2018

Nr. Position Name Verein Länderspiele Tore
03 LA Uwe Gensheimer Paris St. Germain 145 664
07 KM Patrick Wiencek THW Kiel 107 243
09 RA Tobias Reichmann MT Melsungen 69 200
12 TW Silvio Heinevetter Füchse Berlin 166 2
13 KR Hendrik Pekeler Rhein-Neckar Löwen 71 108
17 RR Steffen Weinhold THW Kiel 100 252
19 KM Bastian Roscheck SC DHfK Leipzig 2 1
20 RL Philipp Weber SC DHfK Leipzig 11 36
23 RL Steffen Fäth HSG Wetzlar 57 118
24 RA Patrick Groetzki Rhein-Neckar Löwen 117 317
25 RR Kai Häfner Hannover-Burgdorf 57 132
26 RM Maximilian Janke SC DHfK Leipzig 2 1
33 TW Andreas Wolff THW Kiel 58 8
35 RL Julius Kühn MT Melsungen 37 124
48 KM Jannik Kohlbacher HSG Wetzlar 37 74
95 RL Paul Drux Füchse Berlin 58 114