Alfred Gislason: Es wäre besser wenn Domagoj Duvnjak auf die EM verzichtet

Alfred Gislason: Es wäre besser wenn Domagoj Duvnjak auf die EM verzichtet
Foto: Michael Frey / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Der THW Kiel muss bereits seit über sechs Monaten auf seinen Spielmacher Domagoj Duvnjak verzichten. Der 29-jährige Kroate wurde im April dieses Jahres an der Patella-Sehne operiert und steht unmittelbar vor seinem Comeback für die Zebras. Mit Blick auf die bevorstehende EURO 2018 und einer Teilnahme von Duvnjak an der Heim-EM zeigt sich THW-Coach Alfred Gislason skeptisch, der Isländer würde es bevorzugen, wenn Duvnjak auf die EM verzichten würde.

Eine Heim-EM bzw. WM ist für Handballer mit das größte Ereignis im Laufe einer Karriere. Jeder Profi träumt davon vor den eigenen Fans einen internationalen Titel zu gewinnen, so wie Deutschland 2007 bei der Handball-Weltmeisterschaft.

Für die Vereine sind solche Turnier eher „störend“ und werden mit Blick auf den vollgepackten Spielkalender lediglich als zusätzliche Belastung betrachtet. Auch THW-Kiel Alfred Gislason denkt so. Der Isländer äußerte sich nun über die bevorstehende EM 2018 in Kroatien und würde sich wünsche, dass sein Spielmacher Domagoj Duvnjak auf das Turnier in seiner Heimat verzichten würde. Als Grund hierfür führt Gislason die lange Verletzungsdauer des Rückraumspielers an und die Tatsache, dass der kroatische Handballverband keine Rücksicht auf die Gesundheit von Duvnjak legen würde: „Das Schlaueste wäre es für alle Beteiligten, er würde bei der EM gar nicht spielen. Der Trainer und die Verantwortlichen dort nehmen keine Rücksicht auf die Verletzungsgeschichte von Duvnjak. Die wissen: Wenn sie keine Medaille holen, werden alle rausgeschmissen. Das hat bei denen Tradition.“

Domagoj Duvnjak: Die EM in meiner Heimat etwas Besonderes für mich

Duvnjak selbst hat in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder betont, dass er an der EM teilnehmen wird, insofern er vorher sein Comeback feiert und einsatzfähig ist. Stand heute ist er noch nicht bei 100% eigenen Aussagen zu Folge: „Bei einigen Bewegungen habe ich noch Schmerzen, die Oberschenkelmuskulatur muss noch stärker werden.“ Ein Verzicht auf die Heim-EM scheint jedoch keine (echte) Option für den Welthandballer von 2013 zu sein: „Natürlich ist die EM in meiner Heimat etwas Besonderes für mich.“

Grundsätzlich kann man die Bedenken von Gislason verstehen, der nach der langen Ausfallzeit kein zu frühes und hohes Risiko mit Duvnjak eingehen möchte. Dennoch sollte man auch realistisch bleiben, die EM 2018 wird eines der letzten großen Turniere für Duvnjak sein, mit 29 Jahren ist er im „besten Handballer-Alter“ und die Chance den Titel im eigenem Land zu holen wird sich der Spielmacher sicherlich nicht nehmen lassen.