Deutschland spielt erneut 25:25-Unentschieden gegen Mazedonien und verpasst den Gruppensieg

Wahnsinn in Zagreb! Videobeweis rettet Deutschland Unentschieden gegen Slowenien
Foto: EHF Euro / Twitter

Die deutsche Nationalmannschaft ist am letzten Vorrundenspieltag der Handball-EM 2018 erneut nicht über ein Unentschieden hinaus gekommen. Die DHB-Auswahl trennte sich gestern Abend in Zagreb 25:25-Unentschieden gegen Mazedonien und hat damit den Gruppensieg verpasst. Mit zwei Punkten in der Hauptrunde wird der Weg ins Halbfinale nun deutlich schwieriger.

Nach dem Drama gegen Slowenien am vergangenen Montag, mussten die DHB-Fans auch gestern Abend erneut bis zur letzten Sekunde zittern. Kurioserweise endete auch das Duell gegen Mazedonien „nur“ 25:25-Unentschieden. Damit hat das Team von Christian Prokop den ersten Platz in der Gruppe C verpasst und startet mit lediglich zwei Zählern in die Hauptrunden-Phase.

Deutschland erwischt erneut einen schwachen Start in das Spiel

Ähnlich wie gegen Slowenien, erwischte Deutschland auch gegen Mazedonien keinen wirklich guten Start in das Spiel. Gegen die körperbetonten Mazedonen tat man sich vor allem in der eigenen Abwehr schwerer als erwartet. Nach 13 Minuten lag man bereits mit 3:6 in Rückstand. Dank starker Paraden von Andreas Wolff gelang des den Bad Boys jedoch die Partie noch in der ersten Hälfte zu drehen und plötzlich lag Deutschland nach einem 5:0-Lauf mit +2 in Führung. Die knappe Führung konnte man bis zur Halbzeitpause verteidigen, mit 12:11 lag die DHB-Auswahl minimal in Front.

Im zweiten Abschnitt erwischte Deutschland erneut einen schlechten Start und lag in der 41. mit 16:19 in Rückstand. Das Spiel wurde immer körperbetonter und vor allem Mazedonien nahm zu diesem Zeitpunkt das Tempo aus der Partie. Mitte der zweiten Hälfte kämpfte sich Deutschland jedoch erneut heran, so dass es in den letzten fünf Minuten ein Kopf-an-Kopf rennen wurde. 90 Sekunden vor dem Ende der Partie hatte Philipp Weber beim Spielstand von 25:25 den vermeintlich entscheidenden Wurf, doch der Rückraumschütze scheiterte aus 9 Metern. Im Gegenzug ließ aber auch Stojanche Stoilov aus 6 Metern eine „100-prozentige“ Chance gegen Silvio Heinevetter liegen, so dass es am Ende bei der gerechten Punkteteilung blieb.

Mit 8 Toren aus 11 Versuchen war Steffen Weinhold gestern der beste deutsche Werfer. Uwe Gensheimer kam auf 5 Treffer aus 7 Versuchen. Anders als gegen Slowenien präsentierten sich Andreas Wolff und Silvio Heinevetter im deutschen Tor deutlich verbessert. Mit 29 Prozent an gehaltenen Würfen, konnte beide jedoch am Ende nicht wirklich dazu beitragen den Sieg einzufahren. Immerhin, Heinevetters letzte Parade hat Deutschland immerhin das Unentschieden gerettet.

Bei Mazedonien kam Filip Taleski auf 6 Tore bei 8 Versuchen. Superstar Kiril Lazarov blieb mit 5 Toren deutlich hinter den Erwartungen zurück. Vor allem seine Quote blieb enttäuscht, ganze 13 Versuche brauchte der Rückraumspieler für seine Treffer.

Christian Prokop: Es geht mir nicht ganz so gut

Bundestrainer Christian Prokop zeigte sich nach dem erneuten Unentschieden nicht wirklich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Der Spielertausch mit Finn Lemke in der Defensive schien zwischenzeitlich aufzugehen, reichte aber schlussendlich nicht aus: „Es geht mir nicht ganz so gut. Wir haben das zu undiszipliniert gespielt. Insgesamt war es ein intensives Spiel.“

Auch Kapitän Uwe Gensheimer kritisierte nach dem Spiel vor allem die Anfangsphase: „Wir haben nicht gut begonnen. Aber wir haben dann mehr Sicherheit bekommen und einfache Tore gemacht.“

Der Weg ins Halbfinale wird steinig

Für Deutschland geht es nun in der Hauptrundengruppe II in Varazdin weiter. Mit einem Sieg und zwei Unentschieden hat Deutschland „nur“ 2 Punkte in die nächste Turnierphase mitgenommen, was es Prokop und seinem Team deutlich schwerer macht in Sachen Halbfinal-Einzug.

Am morgigen Freitag trifft man im 1. Hauptrundenspiel auf Tschechien. Der Turnier-Außenseiter hat ebenfalls 2 Punkte in die Hauptrunde mitgenommen und mit dem Sieg gegen Dänemark in der Vorrunde gezeigt, dass man durchaus in der Lage ist gegen alle Teams bei dieser EURO mitzuhalten.

Nach Tschechien warten zwei echte Brocken auf die Bad Boys. Am Sonntag kommt es zu Duell gegen Olympiasieger Dänemark und zum Abschluss der Hauptrundenphase trifft man am kommenden Mittwoch dann auf Spanien. Die DHB-Auswahl benötigt mindestens zwei Siege um den Sprung in die Runde der letzten 4 zu schaffen und selbst dann könnte es unter Umständen nicht ausreichen.