Norwegen deklassiert Serbien, Kroatien zittert sich zum Sieg gegen Weißrussland

Luka Cindric
Foto: EHF Euro / Twitter

Am gestrigen Donnerstag standen die ersten beiden Hauptrundenspiele ab. Während sich Vize-Weltmeister souverän mit 32:27 gegen Serbien durchsetzen konnte, hat sich EM-Gastgeber Kroatien zu einem 25:23-Last Minute -Erfolg gegen Weißrussland gezittert.

So langsam aber sicher wird es ernst bei der Handball-EM 2018 in Kroatien. Die Hauptrundenphase hat begonnen und insgesamt 12 verbliebene Teams in zwei Gruppen kämpfen um ein Ticket für die Runde der letzten vier.

Norwegen feiert Pflichtsieg gegen Serbien

Im ersten Spiel des gestrigen Abends hat sich Norwegen mit 32:27 gegen Serbien durchgesetzt und ist damit seiner Favoritenrolle gerecht geworden. In der ersten Hälfte entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei der die Skandinavier zwar leicht spielbestimmend waren, sich jedoch nie entscheidend absetzen konnten. Zwischendurch lag man mit +3 in Führung, doch Serbien kämpfte sich immer wieder heran. Zur Halbzeitpause stand es 17:17-Unentschieden.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte konnte Serbien das hohe Tempo noch mitgehen, doch ab der 40. Minute schaltete Norwegen einen Gang höher und erspielte sich erstmals beim Spielstand von 24:20 einen +4 Vorsprung. Diese Führung ließ man sich in den verbliebenen 20 Minuten nicht mehr aus der Hand nehmen und dominierte auch die Schlussphase der Begegnung. Zwischenzeitlich lag man sogar mit +7 in Front. Am Ende feierte man einen 32:27-Erfolg.

Bester Werfer auf norwegischer Seite war Sander Sagosen mit 8 Toren bei 12 Versuchen. Auch Kristian Bjornsen kam auf 8 Treffer, brauchte dafür aber nur 9 Versuche. Auch Torhüter Torbjorn Bergerud war mit 13 Paraden und einer Quote von 35 % gehaltener Würfe maßgeblich an dem Sieg beteiligt. Bei Serbien kamen Zarko Sesum und Bojan Bejanski auf jeweils 5 Tore. Auch Goalie Vladimir Cupara konnte mit 14 Paraden und einer starken Quoten von 45 % gehaltener Würfe überzeugen.

Während Norwegen mit dem Sieg einen großen Schritt in Richtung EM-Halbfinale gemacht hat, kann sich Serbien nicht mehr für die Runde der letzten vier qualifizieren. Die norwegischen Handballer treffen am Samstagabend auf Kroatien. Serbien bekommt es mit Weltmeister Frankreich zu tun.

Kroatien zittert sich zum Arbeitssieg gegen Weißrussland

Nach der 31:35-Niederlage gegen Schweden haben die kroatischen Titelträume einen herben Dämpfer erhalten. Der EM-Gastgeber muss nach wie vor auf seinen Superstar Domagoj Duvnjak verzichten und das Fehlen des THW-Profis hat sich auch beim gestrigen 25:23-Zittersieg gegen Außenseiter Weißrussland deutlich bemerkbar gemacht.

Das Team von Lino Cervar übernahm von Anfang an die Initiative in dem Spiel und konnte sich in der Anfangsphase einen 4:1-Vorsprung erspielen. Doch Weißrussland ließ sich nicht abschütteln und kämpfte sich im Verlauf der ersten Hälfte immer wieder heran. Am Ende der ersten Halbzeit lag man beim Spielstand von 12:15 trotzdem mit -3 in Rückstand.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte sah es so aus, als konnte sich Kroatien nach und nach absetzen und lag zwischenzeitlich mit +5 in Front. In der Schlussphase der Partie erlaubte man sich jedoch zu viele einfache Fehler. Vor allem in der Offensive verpasste man es zahlreiche Überzahlspiele zu nutzen. Zudem lief Viachaslau Saldatsenka im weißrussischen Tor zur Hochform auf und half seiner Mannschaft immer wieder mit starken Paraden. Dank Saldatsenka schaffte es Weißrussland mit einem 3:0-Lauf in den letzten fünf Minuten auf 23:23 auszugleichen. In diesem Moment schien die Sensation zum greifen Nahe, doch nach einer Auszeit von Kroatien behielt der EURO-Gastgeber die Nerven. Zunächst brachte Spielmacher Luka Cindric 60 Sekunden vor Schluss Kroatien mit 24:23 in Führung, danach wehrte man den letzten weißrussischen Angriff ab. Den Schlusspunkt setzte Marko Kopljar mit dem letzten Wurf des Spiels zum 25:23-Erfolg. Auch wenn der Sieg durchaus verdient war, konnte der Titelfavorit gegen den klaren Außenseiter nur phasenweise überzeugen. Mit solch einer Leistung wird es sehr schwer im weiteren Verlauf des Turniers.

Mit jeweils mit 5 Treffern bei 7 Versuchen war Marko Mamic und Luka Stepancic die besten Werfer auf kroatischer Seite. Bei Weißrussland zeigte neben Torhüter Saldatsenka, der auf 12 Paraden und eine Quote von 37 % gehaltener Würfe kam, alle voran Flügelspieler Andrei Yurynok mit 6 Toren aus 6 Versuchen.

Kroatien hat mit dem Pflichtsieg seine Hoffnung mit Blick auf das Erreichen des Halbfinals auf Recht erhalten. Für Weißrussland ist der Weg in die Runde der letzten vier mit der Niederlage endgültig verbaut. Am Samstag kommt es zu einem vorgezogenen Final für Kroatien gegen Norwegen, mit einem Sieg würde man einen großen Schritt in Richtung Halbfinale machen, bei einer Niederlage steht man vor dem vorzeitigen Turnier-Aus.