Spanien verliert gegen Slowenien, Tschechien leistet gegen Mazedonien Schützenhilfe für die Bad Boys

Sensation in der Gruppe D! Tschechien besiegt Dänemark mit 28:27
Foto: EHF Euro / Twitter

Die spanischen Handballer haben gestern ihre Generalprobe für das heutige „Endspiel“ gegen Deutschland mit 26:31 gegen Slowenien verloren. Mit einem 25:24-Erfolg gegen Mazedonien hat Tschechien der deutschen Handball-Nationalmannschaft unter die Arme gegriffen. Durch die Niederlage der Mazedonier hat die DHB-Auswahl den Einzug ins Halbfinale nun erneut in eigener Hand.

Gestern wurden zwei Spiele in der deutschen Hauptrundengruppe II ausgetragen und eines davon hatte eine durchaus wichtige Bedeutung für das Team von Christian Prokop. Durch den 25:24-Erfolg Tschechiens gegen Mazedonien reicht Deutschland heute Abend ein Sieg gegen Spanien um sich für das EM-Halbfinale zu qualifizieren. Die Iberer selbst mussten gestern Abend ebenfalls ran, verlor ihr Spiel jedoch mit 26:31 gegen Slowenien. Ein wirklichen Einfluss auf die Ausgangslage hat diese Niederlage jedoch nicht, denn auch den Spaniern reicht bereits ein Erfolg gegen Deutschland um sich für die Runde der letzten vier zu qualifizieren.

Mrkva wird zum tschechischen Matchwinner

Ohne ihren Superstar Kiril Lazarov musste Mazedonien gestern in das erste von zwei Endspielen gegen Tschechien ran. In den ersten knapp zehn Minuten konnte man seiner Favoritenrolle gerecht werden, als man sich einen 4:1-Vorsprung erspielte. Diese Führung konnte man auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit aufrecht erhalten. Zum Pausenpfiff lag Mazedonien mit 13:11 in Front.

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A goalbetweentheGalia’s legstakestheMacedonianteamtothesecondtime aheadofCzech Republic, thankstoMartin Velkovski.
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— EHF EURO (@EHFEURO) 23. Januar 2018

Auch in der zweiten Spielhälfte dominierte Mazedonien zunächst das Geschehen in Varazdin und zog in der 38. Minute auf 17:12 davon, die bis dato größte Führung des Spiels. Doch ab der 43. Minute beginn das Spiel dann zu kippen und Tschechien kämpfte sich nach und nach wieder ran. Zu Beginn der Schlussphase, verkürzte man den Rückstand beim Spielstand von 21:22 auf lediglich -1. In der 56. Minute war es dann soweit, Tschechien lag mit 24:23 erstmals in Führung. In der letzten Minuten wurde es nochmals richtig spannend.

Der vermeintlich letzte Angriff des Spiels lag bei Tscheche,  endete jedoch mit einem Stürmerfoul, sodass Mazedonien tatsächlich nochmals eine Chance bekam. Torhüter Ristovski trieb den Ball nach vorne, Tschechien gelang es nicht, den Angriff zu stoppen und Manaskov bekam die Chance zum Torwurf. Der Ball trudelte ins Tor, doch die Schiedsrichter griffen auf den Videobeweis zurück. Sie entschieden nach Ansicht der Bilder auf Siebenmeter. Manaskov trat selbst und wollte den Ball rechts am Keeper vorbeilegen, doch Mrkva bekam sein Bein dazwischen und sicherte seiner Mannschaft damit den Sieg.

Während Mazedonien durch die Niederlage keine Chancen mehr hatte das Halbfinale zu erreichen, stand das tschechische EM-Aus schon vor dem Spiel fest. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die Osteuropäer diese Begegnung nochmals so ernst genommen haben. Bester Werfer auf Tschechischer Seite war Pavel Horak, der auf 8 Tore bei 12 Versuchen kam. Auch Siegtorschütze Stanislav Kasparek zeigte mit 6 Toren aus 10 Versuchen eine starke Leistung. Bei Mazedonien war Filip Taleski mit 5 Toren aus 10 Versuchen der beste Schütze.

Spanien verliert überraschend deutlich gegen Slowenien

Vor dem Spiel zwischen Mazedonien und Tschechien musste bereits Halbfinal-Anwärter Spanien gegen das Tabellenschlusslicht Slowenien ran. Mit einem Sieg wären die Iberer auf der sicheren Seite gewesen und hätten ihr Schicksal in den eigenen Händen gehabt, doch der Vize-Europameister musste sich recht deutlich gegen den WM-Dritten Slowenien geschlagen geben.

Slowenien erwischte einen bessern Start in die Partie und konnte sich in den ersten Minuten eine minimale +2 Führung erspielen. Mitte der ersten Halbzeit kämpfte sich Spanien jedoch zurück und lag 19 Minuten beim Spielstand von 10:8 selbst mit 2 Toren in Front. Aber auch diese Führung hielt nicht allzu lange, zum Pausenpfiff übernahm Slowenien mit 13:12 wieder die Initiative in dem Spiel.

Die ersten Minuten in der zweiten Spielhälfte war erneut sehr ausgeglichen und keine Mannschaft konnte sich richtig absetzen. Doch dann wurde Slowenien in der Defensive immer kompakter und zog nach und nach davon. In der 36. Minute lag man mit 4 Toren in Front und diese Führung wuchs in der 45. Minute sogar auf +7 an. Spanien versuchte in der Schlussphase der Partie nochmals zurückzukommen, aber die Slowenen ließen nichts mehr anbrennen und sicherten sich am Ende den verdienten 31:26-Erfolg.

Slowenien hat eine geschlossene Mannschaftsleistung abgerufen, bei der sich insgesamt 11 Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten. Bester Werfer war Gasper Marguc mit 5 Toren bei 7 Versuchen. Bei Spanien kam Ferran Sole auf 6 Tore bei 9 Versuchen.

Die Pleite hätte Spanien richtig teuer zu stehen kommen können, doch durch den tschechischen Sieg gegen Mazedonien benötigen die Iberer heute, genau wie Deutschland, einen Sieg um sich für das Halbfinale zu qualifizieren.

Zum Abschluss der EM trifft Slowenien heute bereits wieder auf Tschechien, Mazedonien bestreitet sein letztes Turnierspiel gegen Dänemark. Spanien trifft auf die deutsche Mannschaft.