Mindestens sechs Teams rechnen sich bei der Handball-EM Chancen auf den Titel aus – und jeder der Favoriten kann mit mindestens einem Weltklassespieler aufwarten. Auch einige Außenseiter haben Stars in ihren Reihen, die wir Ihnen näher vorstellen möchten.

Nikola Karabatic
Über den dreimaligen Welt-Handballer aus Frankreich muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Würde man es mit dem Fußball vergleichen, könnte man Frankreichs Spielmacher als Mischung aus Messi und Cristiano Ronaldo bezeichnen.

Nikola KARABATIC
Nikola KARABATIC / DC Press / Shutterstock.com

Der Rückraumschütze, der vier Jahre in der Bundesliga für den THW Kiel auf Torjagd ging, verkörpert seit mehr als einem Jahrzehnt Weltklasse. Er hat mit Frankreich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Der 33-Jährige wurde zweimal Olympiasieger, viermal Weltmeister und dreimal Europameister. Er spielt für das Millionen-Ensemble von Paris St. Germain und die Franzosen sind vor allem dank Karabatic der Topfavorit auf den Titel.

Mikkel Hansen
Der Rückraumspieler aus Dänemark hat ebenfalls einige Meriten vorzuweisen. Zweimal (2011 und 2015) wurde der 29-Jährige zum Welt-Handballer gekürt. Mit den Dänen feierte Hansen 2012 EM-Gold und 2016 in Rio den Olympiasieg. Im Finale steuerte der wurfstarke Rechtshänder acht Tore zum Sieg gegen Frankreich bei und war damit maßgeblich am größten Erfolg seiner Karriere beteiligt. Bei der WM 2011 wurde er Torschützenkönig und zwei Jahre später zum besten Spieler des Turniers 2013 gewählt – beide Male gab es Silber.

Uwe Gensheimer
Der Kapitän der deutschen Mannschaft will endlich den großen Wurf landen. Beim sensationellen EM-Triumph 2016 fehlte der beste Linksaußen der Welt wegen einer Verletzung, die WM 2017 wurde zum persönlichen Alptraum. Der 31-Jährige musste den Tod seines Vaters verkraften und mit der DHB-Auswahl schied er schon im Achtelfinale aus. Die Tormaschine ist nach einer Ewigkeit bei den Rhein Neckar Löwen im letzten Jahr nach Paris gewechselt und hat als Torschützenkönig in der Champions League dort sofort gezündet. Gensheimer hat alle Wurfvarianten von außen drauf und ist zudem auch ein sicher Siebenmeterschütze, was gerade bei knappen Spielen enorm wichtig sein kann.

Domagoj Duvnjak
Der Regisseur vom deutschen Rekordmeister THW Kiel ist der Kopf des EM-Gastgebers. Nach einer Operation am maladen Knie und einer 8-monatigen Zwangspause ist er rechtzeitig fit geworden und soll Kroatien endlich zum ersten EM-Titel führen. Der Welt-Handballer von 2013 hat bisher drei Silbermedaillen (zweimal EM, einmal WM) sowie Olympia-Bronze in seinem Trophäenschrank. In der Rückraummitte glänzt der 29-jährige sowohl mit klugen Anspielen als auch als wurfgewaltiger Torschütze.

Sander Sagosen
Der Norweger, der bereits mit 18 in der Nationalmannschaft debütierte, gilt als das Mega-Talent im Welthandball schlechthin – ist aber schon längst mehr als das. Der 22-Jährige Rechtshänderist der Ausnahmespieler beim WM-Zweiten und nach seinem Wechsel im Sommer zu Paris Saint-Germain auch bei einem europäischen Topverein angekommen. Er wird meist im Rückraum Mitte eingesetzt und soll von dort das Spiel der Skandinavier lenken und natürlich auch selbst als Torschütze in Erscheinung treten.

Alex Dujschebajew
Der 25 Jahre alte Spanier hat zweifelsfrei einige Gene seines Vaters Talant geerbt. Vorläufige Krönung seiner noch jungen Karriere – er debütierte am 3. Januar 2014 in der spanischen Nationalmannschaft – war im vergangenen Jahr der Champions-League-Triumph mit dem mazedonischen Topklub Vardar Skopje. Seit dieser Saison spielt er unter seinem Vater, der als zweifacher Welt-Handballer (1994 und 1996) seinem hochtalentierten Sohnemann zumindest in dieser Hinsicht noch etwas voraushat, in Polen bei KS Vive Kielce.

Kiril Lazarov
Schaut man sich die nackten Zahlen an, wird schnell klar, warum der Mazedonier zu den Großen des Welt-Handballs zählt. Keiner erzielte je mehr Tore bei einer Weltmeisterschaft (92 bei der WM 2009 in Kroatien) als der Rückraum-Shooter vom französischen Club HBC Nantes. Und auch bei einer EM traf keiner häufiger als der Linkshänder, der bei der EM 2012 in Serbien 61 Tore erzielte. Mittlerweile ist Lazarov zwar schon 37 Jahre alt, aber immer noch der Kopf und Torjäger Nummer eins seiner Mannschaft, die ja in der Vorrunde auch gegen Deutschland ran muss.